Das Glück der Kinder.

Die meisten Eltern wünschen sich für ihre Kinder vor allem eins: dass sie glücklich sind. 

Was braucht es aber dazu, welche Kompetenzen benötigen sie und wie können wir Eltern sie - eventuell sogar in Krisenzeiten - dabei unterstützen?
Darüber hab ich mir so meine Gedanken gemacht und schreibe im aktuellen Blog Beitrag, was mir dazu eingefallen ist.

 

Wahrscheinlich haben sich schon eine Menge Leute Gedanken gemacht, was uns zu glücklichen Menschen werden lässt. Einer davon ist jedenfalls der wunderbare Gerald Hüther, von dem ich auch ein dazu passendes Buch besitze - wo es darum geht, welche 4 Kernkompetenzen es braucht, damit Kinder zu glücklichen Erwachsenen werden. 

Ich will hier kurz zusammenfassen, welche Kompetenzen gemeint sind.

 

VERTRAUEN - an sich selbst und an das Leben glauben

 

Alles, was wir im Leben tun, ist von Gefühlen begleitet - die Koppelung von Gefühlen und Erkenntnissen geschieht permanent und unbewusst und wird beeinflusst durch Beziehungen (zu den Eltern, anderen Menschen, sich selbst). 

Ob wir uns als vertrauensvolle, selbstbewusste, mutige Menschen erleben, die sich selbst etwas zutrauen und vor Schwierigkeiten nicht zurückschrecken, oder uns als ängstliche, vorsichtige, misstrauische Menschen erleben, die weniger offen sind, anderen nicht trauen und sich selbst wenig zutrauen, wird so gelernt. 

 

Das passiert zwar langsam und bleibt ein Leben lang veränderbar, doch auch jetzt ist es wichtig, dass Kinder gesagt bekommen und somit wissen:

  • ich bin jemand und ich kann etwas
  • es wird mir etwas zugetraut
  • ich erkenne meine Selbstwirksamkeit (Dinge in Bewegung setzen, Sinnvolles produzieren, Interesse zeigen)
  • ich werde geliebt und kann mich selbst wahrnehmen und lieben
  • ich kann Neues ausprobieren und Mutproben wagen
  • ich kann Gefühle zeigen und verkraften, halte auch Frustrationen aus
  • ich kann ruhige Momente genießen

 

BEGEISTERUNG - die Welt entdecken

 

Es ist eine der wichtigsten Aufgaben, die Neugier, Experimentierfreude und Gestaltungslust, die jedem Kind angeboren sind, aufrecht zu erhalten und zu fördern. Ihr wichtigster Sensor dabei sind ihre Sinne, die Reize aufnehmen und nicht nur die Entwicklung des Gehirns sondern der gesamten Persönlichkeit fördern. 

 

Kinder sollen und brauchen es, …

  • offen auf die Welt zugehen zu können (Vorurteile überdenken, Ideen besprechen, diskutieren…)
  • neugierig experimentieren zu können (Lernlust aufrecht halten, Neues ausprobieren,…)
  • dass sich jemand ehrlich für sie begeistert (Interesse & Verständnis für sie aufbringen, sich mitfreuen...)

 

AKTIVITÄT - das Leben in die Hand nehmen

 

Selbstbestimmt das eigene Leben anzupacken, Herausforderungen annehmen und das Leben kreativ meistern statt als unmündige, abhängige und bequeme Konsumjunkies zu enden, das war schon vor der Krise ein Thema.

Was es allerdings speziell braucht, damit wir in dieses Gefühl kommen, Pilotin oder Pilot unseres Lebens zu sein:

  • Lust am Gestalten (wo gestalte ich meinen Alltag/ die Welt mit, was ist mein Beitrag? …)
  • Kreativität und Ideenreichtum (besonders, wenn Probleme gelöst werden,…)
  • Denkgewohnheiten in Frage stellen (immer wieder nach dem Sinn der Sache zu fragen!!!!!)
  • Fehler sind zum Lernen da (bitte kein übermäßiges Verwöhnen, keinen Mangel an Möglichkeiten, zu viele Vorschriften, Lohn und Strafe, zu hohe Erwartungen, Angst und Unsicherheit. Wenn etwas schief geht sagen "Ah, da lernst du gerade was dazu." "Beim nächsten Mal schaffst du es schon besser!" "Was kannst du tun, damit dir das nicht mehr passiert?"

 

VERANTWORTUNG

 

Nur, wer sich auf Mitmenschen einlässt, kann intensive Gefühle und Glück erleben. Viel mehr als uns bewusst ist, brauchen wir soziale Erlebnisse, sogar unser Hirn ist ein soziales Organ! Verantwortung zu übernehmen und auch übernehmen zu dürfen, ist die Voraussetzung dafür, dass das Zusammenleben klappt. Und das Aufteilen von Verantwortung ist in vielen Familien ein Dauerbrenner (wer räumt den Müll weg, wer kocht, wer geht einkaufen, wer organisiert den Tag, wer füttert die Katze?). Dennoch ist das Einbinden von Anfang an wichtig, weil damit Orientierung und Sinngebung für das eigene Leben gegeben wird. Kinder wollen wichtig sein und ihren Beitrag leisten, zum Beispiel:

  • Haushaltsaufgaben aller Art - altersgerecht portioniert vergeben
  • Verantwortung für Tiere (füttern, ausführen, pflegen,….) übernehmen
  • Alltagsstruktur mit gestalten (Wann wollen wir was machen? Was zusammen, was getrennt?)
  • Arbeit (bei Schulkindern): welche Aufgaben hab ich - wie teile ich sie mir ein?
  • Persönlichkeit (Was hilft mir, wenn ich frustriert, traurig, wütend bin? Wo hole ich mir Hilfe, wenn ich welche brauche?)

 

Ehrlich gesagt, fällt es mir schwer, diese Zeilen zu schreiben, weil es Kindern gerade in allen vier Bereichen schwer gemacht wird, ihr Glück in die Hand zu nehmen. Und somit uns Eltern gleich dazu.

Wir als Familien sind und waren schon immer hauptverantwortlich und haben auch großen Einfluss auf das Wohlbefinden und das Glück unserer Kinder. Eltern geben in den meisten Fällen ihr Bestes, gehen oft weit über ihre eigenen Belastbarkeitsgrenzen hinaus, machen das Unmögliche möglich. Aber: ALLES können wir nicht. Zumindest nicht allein.

 

Unterstützung vom Staat? Ich weiß nicht, ob ich so lange warten kann.

Da werde ich wohl vorher selbst wieder Verantwortung übernehmen und für Lösungen sorgen, damit wir weiter gut durch diese Krise kommen. 

 

Tut mir Leid. Heute kein motivierendes Ende. Wenn Bogenschießen, Golfplätze und Baumärkte wichtiger sind als das Sozialleben unserer Kinder, kann ich keinen Optimismus versprühen.

Inzwischen hoffe ich auf eine angeregte, offene und sinnstiftende Diskussion über die weiteren Lockerungsmaßnahmen.

 

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   Kerstin Bamminger

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