UNKRAUTphilosophie

Beim Unkraut-zupfen hat man allerhand Zeit zum Nachdenken. Was hat Unkraut mit dem Leben zu tun? Nun, so einiges - wie mir bei dieser philosophischen Tätigkeit aufgefallen ist. 

Unkraut. Gibt's ja eigentlich in der Botanik (und laut meiner Tochter) nicht. Es ist eine Begleiterscheinung der Pflanzenwelt, kann aber als "störend"empfunden werden. 

 

Das ist wie mit dem Menschen (=Nutzpflanze) und den Problemen (=Unkraut) im Leben.

 

Man kann auf "Unkraut" reagieren oder nicht. In jedem Fall hat es eine Auswirkung. (Oh hallo, du liebes systemisches Weltbild!). Macht man wegen jedem kleinen störendem Kraut ein mords Aufsehen, fokussiert man vielleicht zu sehr auf das Negative statt das Schöne zu sehen und zu genießen. Lässt man es ewig vor sich hin "wachsen und wuchern" wird es irgendwann tatsächlich schwierig für die Nutzpflanze ("den Menschen"), sich weiter gut zu entwickeln, gesund zu bleiben und ausreichend Nährstoffe zu bekommen.

 

Nun kann der Mensch wie gesagt unterschiedlich reagieren. Beim Unkraut, wie bei Problemen im menschlichen Leben.

 

 


Nun kann der Mensch wie gesagt unterschiedlich reagieren.

Beim Unkraut, wie bei Problemen im menschlichen Leben.


 

Es gibt Unkrautvernichter (Pulverchen, Tabletten, Psychopharmaka…) die man pauschal dürberstreuen kann. Sie töten rundherum aber oft auch noch sehr viel "Gesundes" mit ab. Man kann mit Problemen umgehen wie ein Rasenmäher mit Unkraut. Immer nur das gröbste "Sichtbare" abreißen, doch man erwischt nie die Wurzel des Übels.

 

Deshalb ist es manchmal klug, sich Unterstützung zu holen und eine fachkundige Meinung. Im Falle des Unkrauts: beim Gärtner, im Falle des Menschen: bei der Beraterin des Vertrauens. :-)

Gemeinsam erarbeitet man eine Strategie und einen Plan, wie man mit dem "Unkraut" umgehen möchte, wo es verwurzelt ist und wie man es am besten beseitigt (und wo es ruhig wachsen darf). Man erforscht die Pflanze und die Probleme, die sich dadurch ergeben, schaut hin, wo der Ursprung ist, betrachtet die Dinge ohne Wertung und versucht eine individuell passende und praktische Lösung zu finden.

 

Es braucht keine Gewalt, sondern vor allem Technik und Genauigkeit, das Hinschauen auf die Pflanze, das Erkennen der Auswüchse und das richtige Werkzeug zur Befreiung (wenn man dies wünscht). Das geht nicht schnell, schnell - sondern braucht Zeit. Es ist meist anstrengend und mühsam und ist oft nicht an einem Tag erledigt. 



Wenn das Unkraut (= das "Problem") zu groß werden, hat man oft das Gefühl vor einer Unlösbaren Aufgabe zu stehen. Deshalb zahlt es sich aus, schon bei kleineren und vereinzelt vorkommenden "Störungen" zu reagieren. Dann dauert es nicht so lang, ist meist weniger mühsam  und ist auch mit geringerem zeitlichen und energetischem Aufwand wieder erledigt. 

 

Das ist dann so wie mit "Problemen" im zwischenmenschlichen Leben. Sie sind auch Begleiterscheinungen des Zusammenseins, der Entwicklung und von Übergängen / Krisen, und werden - je nach dem - schnell oder lang nicht als "störend" empfunden. Schon wie bei der Definition der Unkräuter, wird's bei Problemen ähnlich interessant, was dazu zählt und was nicht.

Die ökologische Landwirtschaft bevorzugt eine differenzierte Sichtweise auf die "Unkräuter" und bezeichnet sie nicht ausschließlich als Schadpflanze, denn: Dieselben Pflanzen, die teilweise als Unkräuter bezeichnet werden, gelten auch als Nutzpflanzen, Heilkraut oder Zeigerpflanze. So wie manche schwierige Lebenssituation auch nützlich oder heilsam oder wegweisend sein kann.

 

So sehe ich das auch. Würden wir nicht hin und wieder einen Stein oder ein Hindernis überwinden oder angehen, wüssten wir die harmonischen und idyllischen Phasen im Leben gar nicht so sehr zu schätzen.

 

Was man beim Unkraut jäten so alles über's Leben lernt. 

 

Tschuldigung. Nicht Unkraut, sondern Beikraut (dieses Wort kennt die Rechtschreibkorrektur nicht mal ;-)!).

 

Was geht dir bei der Gartenarbeit so durch den Kopf?


Bitte sag, ich bin nicht allein mit diesen lustigen (wenn auch philosophischen) Gedanken!

Wir sehen uns auf der Wiese!

 

Lebendige Grüße, deine Kerstin


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Kerstin Bamminger

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